Patagonykus
Körperliche Merkmale
Patagonykus puertai war etwa 2 Meter lang. Der Dinosaurier hatte einen für Alvarezsaurier typischen leichten, grazilen Körperbau und wog schätzungsweise zwischen 5 und 15 Kilogramm. Dieser kleine Theropode bewegte sich auf zwei Beinen fort, gestützt von kräftigen Hinterbeinen.
Skelettmerkmale
Die fossilen Überreste umfassen ein Teilskelett ohne Schädel. Die Wirbelsäule enthält mehrere Wirbel, darunter kaudal gekielte Synsakralwirbel. Der Schultergürtel weist einen Coracoidknochen auf, während der Beckengürtel und Teile der Hinterbeine ebenfalls erhalten blieben.
Der Humerus weist eine ausgeprägte Spezialisierung auf, gekennzeichnet durch einen ungewöhnlich robusten inneren Höcker.

Gliedmaßenstruktur
Die Vordergliedmaßen von Patagonykus waren reduziert und hochspezialisiert. Die Hintergliedmaßen waren robust und für die zweibeinige Fortbewegung gut entwickelt. Ein zweites Exemplar, das 2003 entdeckt wurde, bewahrte nur einen einzigen Finger, was unser Verständnis der Finger-Morphologie des Tieres erweitert.
Ernährung und Verhalten
Die anatomischen Befunde deuten auf eine insektenfressende Ernährung hin. Die spezialisierte Struktur der Vordergliedmaßen lässt vermuten, dass diese Gliedmaßen dazu dienten, in Insektennester einzudringen, insbesondere in solche von kolonial lebenden Insekten wie Termiten oder Ameisen.
Wissenschaftliche Klassifizierung
Patagonykus gehört zur Familie der Alvarezsauridae innerhalb der Maniraptora (Coelurosauria, Theropoda). Die Gattung fällt in die Unterfamilie der Patagonykinae und repräsentiert eine basale südamerikanische Abstammungslinie, die zwischen Alvarezsaurus calvoi und den weiter entwickelten Parvicursorinae angesiedelt ist.
Entdeckung
Paläontologen entdeckten die ersten Patagonykus-Fossilien 1994 in der argentinischen Provinz Neuquén in Patagonien. Die Exemplare stammten aus der Portezuelo-Formation. Der fragmentarische Holotyp umfasst verschiedene Skelettelemente, es fehlt jedoch der Schädel.
Technische Daten
Fundort: Portezuelo-Formation, Provinz Neuquén, Argentinien
Erstentdeckung: 1994
Typusart: Patagonykus puertai
Benannt von: Novas (1997)
Referenz
Novas, F. E. (1997): Anatomy of Patagonykus puertai (Theropoda, Avialae, Alvarezsauridae), from the Late Cretaceous of Patagonia. Journal of Vertebrate Paleontology, 17(1): 137-166.
Patagonykus
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wissenschaftlicher Name |
Patagonykus puertai |
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Geschätzte Größe |
Länge: 2,8 Meter Höhe: 0,70 Meter Gewicht: 15 Kilogramm |
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Erdzeitalter |
Oberkreide |
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Fundorte |
Portezuelo |
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Ordnung |
Saurischia |
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Unterordnung |
Theropoda |
Physische Merkmale
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Körperbau |
Klein, leicht und grazil gebaut; bipeder Läufer mit stark verkürzten, muskulösen Vorderarmen und einer einzelnen dominanten Krallenklaue |
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Besonderheiten |
Extrem robuster, einkralliger Vorderarm – wahrscheinlich zum Aufhacken von Insektenbauten genutzt; synsacrale Wirbel mit ventralem Kiel |
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Fortbewegung |
Zweibeinig |
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Hautstruktur |
Nicht fossilüberliefert; als naher Verwandter der Vögel und anderer befiederter Maniraptoren werden Protofedern oder Federn vermutet, jedoch nicht direkt belegt |
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Farbgebung |
Unbekannt – fossil nicht überlieferbar; spekulativ kryptisch-braun oder streifig wie bei kleinen modernen Vögeln |
Entdeckung
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Entdecker |
Novas |
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Entdeckungsdatum |
1996 |
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Bedeutung des Namens |
„Patagonische Klaue“ (griech. onykos = Klaue + Patagonia als Herkunftsregion) |
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Bedeutende Fossilienfunde |
Teilskelett ohne Schädel, zugeordnete Halswirbel, Postzygopophyse (unterer Gelenkfortsatz, der zusammen mit der Präzygapophyse (oberer Gelenkfortsatz) des nachfolgenden Wirbels das Facettengelenk bildet), erste Fingerknochen (Phalanx I-1) und proximaler Fingernagel (Ungual I). |
In der Paläontologie wird oft das Verhältnis von Gehirn- zu Körpergröße, der sogenannte Enzephalisationsquotient (EQ), als grober Anhaltspunkt für die relative Intelligenz genutzt.
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Intelligenz (EQ) |
Kein belegter Wert; als kleiner Maniraptore vermutlich moderat (EQ ~0,5–1,0), vergleichbar mit basalen Vögeln – höher als Durchschnittsdinosaurier, aber deutlich unter Troodontiden |
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Sozialverhalten |
Unbekannt; möglicherweise Einzelgänger oder Kleingruppenbildung wie bei verwandten kleinen Theropoden vermutet |
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Fressfeinde |
Große Theropoden der Portezuelo-Formation wie Megaraptor oder abelisauride Raubdinosaurier aus Patagonia |
Bildquellen:
Beitragsbild: GabrielNU, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
